Bürgerinitiative Sangerhausen e.V.

Die unabhängige Wählergemeinschaft

Warum Hamster auch vor dem Loch überwintern können

Im Grunde müsste jeder der die kleinen possierlichen Nager mag, obwohl sie jahrhundertelang als Feind des Menschen angesehen wurden, gerade jubeln. Im beschaulichen Ländchen in Sachsen-Anhalt hat das Oberverwaltungsgericht entschieden den Artenschutz über die Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze zu stellen. Jeder Tierschützer und auch jeder nur halbwegs grün angehauchte Bürger kann über diese Entscheidung nur froh sein, denn über Sinn oder Unsinn der Existenz dieser Tiere darf sich die Menschheit kein Urteil erlauben. Der Mensch ist nur ein Teil dieser bunten Welt. Er darf sich nicht das Recht heraus nehmen die Artenvielfalt zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Der gemeine Feldhamster sucht und findet seine Nahrung in der Natur und somit auch auf den Feldern unserer Bauern und trägt diese emsig in seinen Bau, um sich zu ernähren und einen Vorrat für den Winter anzulegen. So haben wir das alle gelernt in der Schule. Was aber ist wenn der Hamster nur vors Loch geschoben wird? Kann er mit seinen zusammengetragenen Vorräten auch vor dem Loch überleben? Kann er dort überleben ohne im Winter zu erfrieren?
Diese Fragen mögen provokant erscheinen. Nur im beschaulichen Sachsen-Anhalt stehen genau diese auf der Tagesordnung.

In Sangerhausen möchte ein holländischer Investor in ganz großem Stile Gemüse anbauen und mit 50 Millionen Euro hunderte Arbeitsplätze schaffen. Genau dafür benötigt der Investor entsprechend viel Platz. Der wäre auch da….. wenn… ja wenn da nicht die alles entscheidende Population von Feldhamstern  genau dort sein Lager aufgeschlagen hätte.  1000 Hamster wie behauptet wird und 40 wie gutachterlich bestätigt sind.
Und genau da ist der Punkt an dem der normal denkende Mensch hellhörig  wird. Die Diskrepanz zwischen 1000 und 40 ist zu groß. Entweder rechnet sich da einer die Zahlen schön oder einer lügt oder die Wahrheit liegt in der Mitte oder die wirtschaftlichen Interessen verwaschen alles.
Die Fakten: Sachsen-Anhalt hat einen gewählten Ministerpräsidenten (Haselhoff, CDU) dessen Wahlkreis in der Nähe von Wittenberg ist. In Wittenberg hat ein ebenfalls holländischer Investor  ein eben solches Projekt gebaut. Eine Nummer kleiner, aber mit Lieferverträgen der Lebensmittelketten ausgestattet. Auch dieser hat Arbeitsplätze geschaffen… 120 wie man liest. Das ist eine Hausnummer die Respekt verdient! Selbst die Martin-Luther-Universität Halle und das Stickstoffwerk Piesteritz sind da mit im Boot. Die Unternehmer konnten sich über attraktive Fördermittel freuen. Je rund 430.000 Euro flossen für jedes Gewächshaus aus dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP), davon kamen allein 320.000 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Die Gesamtkosten für den Bau jedes Gewächshauses betrugen jeweils 3,8 Millionen Euro. Das Logistikzentrum schlug mit insgesamt 3,9 Millionen Euro zu Buche. Hiervon wurden 40 Prozent über das Programm GRW (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) finanziert, das sich aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) speist. Allein 1,1 Millionen Euro kommen aus dem EFRE. (Quelle) Und 2017 soll der nächste Bauabschnitt realisiert werden, für den 20 Hektar Wald gerodet werden!
Neid ist da unangebracht. Aber Fragen sollten erlaubt sein, denn der Investor in Sangerhausen beansprucht keinerlei Fördermittel. Die größte Investition in Sangerhausen nach dem Zusammenbruch der DDR würde einen wirtschaftlichen Schub in allen Bereichen nach sich ziehen. Werden in Sangerhausen Investitionen verhindert, weil der Markt schon anderen versprochen ist? Lassen sich Naturschutzverbände und grün geführtes Umweltministerium von Sachsen-Anhalt vor den Karren kleinkariert denkender Landesfürsten spannen? Wird hier eine strukturschwache Region trotz glänzender Voraussetzungen konsequent benachteiligt?
Wir als Bürgerinitiative Sangerhausen stellen diese Fragen offen und fordern Aufklärung und eine klare Stellungnahme von der Landesregierung Sachsen-Anhalts. Wir fordern die aus unserer Region gewählten Vertreter auf genau diese Fragen im Landtag zu stellen. Jetzt benötigt Sangerhausen ein klares Bekenntnis aller Verwaltungen und Verbände zur Zukunft dieser Region. Hier geht es nicht um Artenschutz. Hier geht es um massive wirtschaftliche Interessen.
Die Bürgerinitiative Sangerhausen ruft alle Bürger, alle Vereine und Institutionen zum offenen und kreativen Protest auf!